Merkurtransit am 09.05.2016


Am 09. Mai 2016 fand ein Merkurtransit statt, der bei gutem Wetter von Beginn (13:12 Uhr) bis kurz vor dem Wiederaustritt (20:41 Uhr) hätte beobachtet werden können. Merkur zog über 7.5 Stunden vor der Sonne vorbei, von links oben nach rechts unten (Schema Foto 1). Leider hielt das sonnige Frühlingswetter der Vortage nicht durch; bereits beim Probeaufbau am Vortag, So, 08.05.2016, (Foto 2) hatten wir mit einzelnen Wolken zu kämpfen. Am Beobachtungstag war es dann noch schlimmer: Viele hohe Schleierwolken, zwischendurch auch Abschnitte, wo es ganz zuzog und keine Beobachtung oder Fotos möglich waren. Wir, das waren Jörg Dubiel, ich (Joachim Emmert) sowie meine Frau Larysa Malieieva, die unsere Aktivitäten mit der Video- oder Fotokamera festhielt.

Zu Gast waren wir auf der Kepler-Sternwarte in Weil der Stadt, wo Jörg Dubiel Mitglied ist (Foto 3). Der Transit wurde fotografisch dokumentiert mit einem Celestron C8 (Brennweite 2000 mm), in dessen Fokus eine Canon EOS 600D montiert war. Da das Fernrohr am Tag nicht exakt auf den Himmelsnordpol ausgerichtet werden konnte, musste mit der Handnachführung ständig nachkorrigiert werden. Auf dem C8 war ein selbst gebastelter Filter (Jörg Dubiel) mit fotografischer Sonnenschutzfolie (Baader Planetarium) montiert. Die Canon war auf ISO-200 Empfindlichkeit eingestellt, die Belichtungszeiten betrugen 1/400 sec. Gesteuert wurde das Ganze von einem HP Pavillon Notebook mit Hilfe der EOS Utility Software über USB. Dies erlaubt ein Livebild (zur Scharfstellung und Nachführung) sowie das Auslösen und Abspeichern von Fotos, die automatisch numeriert und mit einem Zeitstempel versehen werden. Das Arbeiten mit dem Notebook war im grellen Sonnenlicht nur durch Abdunklung mit Hilfe eines dunklen Handtuches möglich (Foto 4). Über den Verlauf des Transits vom Eintritt ca. 13:20 Uhr bis etwa 17:35 Uhr wurden insgesamt 72 Fotos gemacht. Eine Ausschnittvergrösserung des Fotos von 17:30 Uhr zeigt im oberen Bildteil eine grosse Fleckengruppe sowie mehrere kleine Sonnenflecken und Richtung links unten den schwarzen Punkt des Merkurs (Foto 5).

Unser besonderer Dank gilt den Herren Gottfried Reimann und Dieter Ludwig von der Kepler-Sternwarte für ihre Gastfreundschaft und aktive Unterstützung. So war z.B. der Akku der Canon nach ca. 2 Stunden leer (Livebild). Wir bekamen Ersatz und unser Akku wurde in der Zwischenzeit geladen, um ihn nach weiteren 2 Stunden wieder zurück zu tauschen. Hr. Reimann hat einen Bericht mit Bild auf der Homepage der Sternwarte eingestellt (http://www.kepler-sternwarte.de/).

Wir haben aus unseren Daten inzwischen einen Verlaufs-Film fertiggestellt, der unten zu sehen ist (mit YouTube verlinkt).

Joachim Emmert

 

 

 


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